einer altersabhängigen Zunahme der Komorbiditäten wie Diabetes oder Koronarer Herzkrankheit und auch in dem vorausgegangenen Lebenswandel (Alkohol- und Nikotinkonsum, Adipositas etc.) mitbegründet. Für den Sonderfall der Mortalitätsrate und deren Interpretation sei auf den Schaukasten verwiesen. 5.8 Medikamentöse Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz Ziele der medikamentösen Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz sind gemäß den aktuellen Leitlinien¹ die Reduktion von Symptomen und die Verbesserung der Prognose. Dabei gilt es insbesondere, kardiale Dekompensationen und Episoden instabiler Herz- insuffizienz, die oftmals eine Krankenhausaufnahme erforderlich machen, zu verhindern, da andernfalls ein sukzessiver Anstieg der Mortalität gut belegt ist. Das therapeutische Vorgehen bei Herzinsuffizienz wurde bereits weiter oben dargestellt. Vor Veröffent- lichung der aktuellen Leitlinien, die eine Erweiterung des medikamentösen Therapiespektrums beinhalten, war in Deutschland eine noch nicht optimale Umset- zung der Leitlinienempfehlungen festzustellen.² Interpretation der Daten Die Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz stellt nach der Behandlung von Patienten mit hohem Blutdruck die wichtigste Indikation für eine Arznei- mitteltherapie im Herz-Kreislauf-Bereich dar. Der Anteil der Herz-Kreislauf-Mittel am Verordnungs- spektrum aller Arzneimittel ist generell groß. Unter den 15 verordnungsstärksten Arzneimittelgruppen (Tabelle 5/4) finden sich fünf Gruppen (Angiotensin- hemmstoffe, Betarezeptorenblocker, Lipidsenker, Diuretika, antithrombotische Mittel), die als Herz- Kreislauf-Mittel einzustufen sind, auch wenn nicht alle davon Therapeutika der manifesten Herz insuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion sind (wie etwa die Lipid- senker). Antidiabetika werden in dieser Zusammen- schau nicht als Herz-Kreislauf-Mittel gewertet, auch wenn über ein Drittel der Herz-Kreislauf-Patienten Diabetiker sind. Da immer mehr Daten zu Wirkungen 5 Die verordnungsstärksten Arzneimittelgruppen – 2024 Verordnungen Nettokosten DDD Rang Arzneimittelgruppe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Angiotensinhemmstoffe Analgetika Betarezeptorenblocker Antiphlogistika/Antirheumatika Antidiabetika Antibiotika Lipidsenker Ulkustherapeutika Psychoanaleptika Schilddrüsentherapeutika Antiasthmatika Diuretika Calciumantagonisten Psycholeptika Antithrombotische Mittel Mio. 71,1 66,4 44,1 39,9 39,5 37,0 36,7 32,0 30,3 30,2 29,3 25,7 25,6 23,2 21,6 Änderungen % 3,7 2,4 1,5 0,3 7,3 3,6 9,6 -0,1 5,8 1,0 7,8 2,6 4,3 1,1 -14,1 Mio. € 1.953,3 2.049,6 573,6 631,0 4.439,6 744,2 1.084,3 560,7 1.008,4 393,0 2.427,5 527,0 300,0 848,2 3.584,1 Änderungen % 3,9 -4,1 -3,1 -0,8 19,4 3,5 14,0 -2,0 5,6 -4,2 6,8 0,7 -1,2 0,1 9,7 Mio. 11.345,2 1.011,1 2.051,3 1.153,7 3.064,4 328,7 4.416,5 3.904,1 2.207,3 1.880,8 1.494,1 2.033,3 2.846,7 566,5 1.666,6 Änderungen % 3,7 2,3 -0,1 2,8 7,2 3,7 11,4 1,5 6,9 0,7 3,5 1,3 4,1 1,9 -15,6 DDD= Tagesdosen. Änderungen beziehen sich auf das Vorjahr. Farbhinterlegung = Herz-Kreislauf-Mittel Darstellung auf Grundlage des GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) Tab. 5/4: Die verordnungsstärksten Arzneimittelgruppen nach Anzahl der Verordnungen in Deutschland im Jahr 2024 5. Herzinsuffizienz | 79